Rot-Grüner Senat bleibt in Denkmalfragen beratungsresistent

Anlässlich der anhaltenden Diskussion um den City-Hof erklärt Jens P. Meyer:

 

„Der rot-grüne Senat hat bis heute keine stichhaltigen Argumente vorgebracht, die den Abriss des denkmalgeschützten City-Hofs rechtfertigen. Das angebliche ‚überwiegende öffentliche Interesse‘ für den Abbruch bleibt ein wachsweiches und vielfältig auslegbares Scheinargument. Zudem gibt es nach wie vor kein abschließendes Urteil der UNESCO, wie sich der geplante Abriss auf das Weltkulturerbe Kontorhausviertel auswirken wird. Der jüngsten Einschätzung des Senats, wonach der Abriss unproblematisch sei, hatten UNESCO-Vertreter ausdrücklich widersprochen. Weiterhin ist vollkommen offen, ob der City-Hof auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Welterbe-Komitees in Baku kommen wird. All das muss dem Senat zu denken geben, dessen Sturheit in diesem Fall offensichtlich die sachliche Auseinandersetzung scheut.

 

Wenn der SPD-Fraktionschef nun behauptet, das geplante neue Gebäude werde sich ‚harmonisch in das Weltkulturerbe und Kontorhausviertel‘ einfügen, beweist er erneut, dass die SPD von Denkmalschutz keine Ahnung hat. Beim Thema Denkmalschutz und auch beim Thema Kulturerbe geht es eben nicht um Schönheit und Gefälligkeit, sondern um Authentizität und Identität eines für Hamburg wichtigen historischen Gebäudeensembles. Dass dies auch die Ansicht ausgewiesener Fachleute ist, hätten die rot-grünen Senatsvertreter gestern beim Jahresempfang des Bundes Deutscher Architekten lernen können, auf dem über die Bedeutung der Identität öffentlicher Räume referiert wurde.

 

Offensichtlich ist der rot-grüne Senat aber unwillig oder unfähig, seine Fehlentscheidungen in Sachen City-Hof zu korrigieren. Es ist an der Zeit, den Mut für einen Neustart aufzubringen.“