„Not in my backyard“ - oder wenn Politik auf Wirklichkeit stößt

In einem Gastartikel für FOCUS Online beschreibt Jens Meyer über hausgemachte Probleme des Wohnungsbaus in Großstädten wie Hamburg:

 

"Endlose Schlagen bei Wohnungsbesichtigungen, Wohnungsknappheit, hohe Mieten. Wie Berlin, München und Köln kämpft auch Hamburg mit einem angespannten Wohnungsmarkt. Dabei sind einige Probleme hausgemacht.

 

In Hamburg fehlen über 40.000 Wohnungen, der Platz um neue zu bauen ist in einem Stadtstaat begrenzt. Die steigenden Immobilienpreise werden deshalb mehr und mehr zum Politikum. Nachdem man sich Jahre lang damit getröstet hat, dass es in München schließlich noch schlimmer sei, wandelt das hanseatische Preisgefüge inzwischen in schwindelerregende Höhen.

Während Menschen früher höchstens ein Viertel Ihres monatlichen Einkommens für Wohnkosten ausgeben mussten, ist ein Drittel längst der Regelfall, Tendenz steigend. Statistisch wohlgemerkt, denn die Bandbreite der Einkommen und die Lebenssituationen sind sehr unterschiedlich.

 

Der Staat soll bezahlbaren Wohnraum schaffen

 

Da liegt der Ruf nach Reglementierung in einer der letzten Sozialdemokratischen Bastionen auf der Hand. Der Staat möge die Mietsteigerung aufhalten, so die verbreitete Vorstellung von Bürgerinnen und Bürgern und politisch Verantwortlichen gleichermaßen.

Mit städtebaulichen Entwicklungsgebieten, Bündnissen mit Wohnungswirtschaft und Bezirken und baugesetzlichen Vereinfachungen versucht der rot-grüne Senat in Hamburg aktuell das Bauen attraktiver zu machen und konterkariert gleichzeitig mit Regelungen wie Mietpreisbremse und Erhaltungsverordnungen die marktwirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten. Bei hoher Nachfrage und geringem Angebot können Preise nur sinken, wenn sich beide Parameter annähern. 

Da der Bevölkerungszuwachs in der Hansestadt in absehbarer Zeit an Zwei-Millionen-Marke kratzen wird, bleibt nur die Angebotserhöhung. Und weil der Staat selbst keine Wohnungen baut, müssen für Wohnungsunternehmen, Baugenossenschaften und auch kleinere, private Investoren die Rahmenbedingungen stimmen. Im Klartext bedeutet dies: Es braucht angemessene Grundstückskosten, weniger Reglementierung und schnellere Genehmigungsverfahren. Und auch ein modernes Planrecht gehört dazu. Sofern dabei Freiraumqualitäten geschützt werden sollen, kann die Entwicklung in einem Stadtstaat wie Hamburg nur Verdichtung in Fläche und Höhe bedeuten..."

 

Lesen Sie den kompletten Gastbeitrag von Jens Meyer hier bei FOCUS Online.