Equal-Pay-Day: echte Förderung statt fauler Statistiken

Jens P. Meyer erklärt anlässlich der vom Statistikamt-Nord gemeldeten geschlechterspezifischen Einkommensgrößen und des am 19.03.2016 stattfindenden „Equal-Pay-Day“:

 

„Der so genannte Equal-Pay-Day suggeriert jedes Jahr aufs Neue und wider besseren Wissens, dass Frauen pauschal schlechter bezahlt werden als Männer. Das stimmt so pauschal nicht. Dass z.B. ein Chefarzt mehr verdient als eine Krankenschwester dürfte wohl jedem klar sein und da es statistisch mehr männliche Chefärzte als weibliche, dagegen aber mehr weibliche als männliche Pflegekräfte gibt, sind die unbereinigten Statistiken mindestens irreführend, in ihrer Deutung sogar abwegig. Die erheblich geringeren Unterschiede der bereinigten Zahlen bestätigen dies.

 

 

Für uns Freie Demokraten ist klar: Der Ausbildungsgrad von Frauen ist so hoch wie nie zuvor und ihre Arbeit sollte fair entlohnt werden. Es gibt aber immer noch viele Ursachen für die Gehaltsunterschiede. Entscheidenden Anteil an der Ungleichheit haben bspw. familienbedingte Auszeiten von Frauen. Außerdem arbeiten Frauen tendenziell in Berufen, die generell niedriger entlohnt werden und haben trotz einer Zunahme an Beschäftigung auch insgesamt einen geringeren Beschäftigungsumfang.

 

 

Der politische Ansatz muss deshalb sein, durch eine moderne Familien- und Arbeitsmarktpolitik, z.B. erstklassige Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten, Frauen und Männern die gleichen Berufs- und Karrierechancen zu ermöglichen, um so traditionell gewachsene Benachteiligungen und tatsächlich bestehende Lohnunterschiede zu beseitigen und Arbeitgeber dazu ermutigen flexible Arbeitsmodelle in ihren Firmen zu etablieren. Hierbei können öffentliche Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen. Individuelle Berufsziele und die persönliche Lebensplanung von Frauen und Männern sollten aber ebenso wie Gehaltsverhandlungen und Einkommensgrößen Privatsache bleiben.“