Angemessener, aber nicht geschichtsvergessener Umgang

Jens P. Meyer zum interfraktionellen Antrag von FDP sowie SPD, CDU und GRÜNEN aus dem Kulturausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft in Sachen Umgang mit umstrittenen Ehrenbürgerschaften:

 

„Der Umgang mit Ehrenbürgerschaften von Persönlichkeiten, deren Wirken aus heutiger Sicht kritisch bewertet werden kann, ist grundsätzlich schwierig. Eine Aberkennung der Ehrenbürgerschaften hilft nach Auffassung der FDP dabei nicht weiter, weil sich im geschichtlichen Kontext der Blickwinkel ändert: Politische wie gesellschaftliche Werte werden immer wieder von neuen Generationen gestaltet und gelebt, der jeweilige Zeitgeist spielt dabei eine große Rolle. Deshalb sollten aus heutiger Sicht zweifelhafte Ehrenbürgerschaften zwar Bestand haben, gleichzeitig aber durch Aufklärung und Dokumentation kritisch begleitet werden. Der interfraktionelle Antrag, der morgen im Kulturausschuss beraten wird, ist ein erster Schritt, um unverkrampft, angemessen aber nicht geschichtsvergessen mit unseren Hamburger Ehrenbürgern umzugehen."