Vorstadt-Ghettos vermeiden

Jens P. Meyer, zu den Plänen des Senats Flüchtlingsunterkünfte mit der Perspektive Wohnen:


„Es ist grundsätzlich gut, wenn Rot-Grün endlich den sozialen Wohnungsbau ankurbelt. Schlecht ist allerdings, wenn jetzt unter hohem Zeitdruck rechtlich höchst fragwürdige Pläne ausschließlich zur Bewältigung des großen Flüchtlingszustroms vorgelegt werden: Die Nutzung der Quartiere nur zur Unterbringung von Flüchtlingen für eine Dauer von 15 Jahren benachteiligt nicht nur alle Hamburger mit einem Anspruch auf eine sozialgeförderte Wohnung. Sie fördert auch die Entstehung von Stadtbezirken mit großen soziokulturellen Problemen. Anstatt die Vorteile einer sozialen und kulturellen Mischung zu erkennen, behindert Rot-Grün so eine zügige Integration. Jahrzehntelange Belegung durch nur eine soziale Gruppe fördert überdies die Stigmatisierung der Stadtorte und die Entstehung von Parallelgesellschaften. Die FDP-Fraktion fordert den rot-grünen Senat auf, den sozialen Wohnungsbau generell voran zu trieben: Geeignete Quartiere müssen rasch für alle Gruppen geöffnet werden, die über eine Berechtigung auf eine geförderte Wohnung verfügen.“